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| JOSEPH HAYDN: «DIE SCHÖPFUNG» - ARIEN & CHÖRE |
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Joseph Haydn - der Komponist
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Im grössten Teil des 19. Jahrhunderts und in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts hielten viele Musiker und Musikliebhaber Joseph Haydn für einen vergnüglichen Vorläufer Mozarts und Beethovens. Manche seiner Symphonien, Streichquartette, Klaviersonaten und andere Werke wurden damals oft aufgeführt. Der grösste Teil seiner Musik allerdings blieb unbekannt.
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Nach dem Zweiten Weltkrieg gruben der Musikhistoriker H. C. Robbins Landon und andere Experten die Werke Haydns aus, die der Vergessenheit anheimgefallen waren. Sie befassten sich mit seinem Leben und zeigten seine grossartige Originalität und den Einfluss, den er auf andere Komponisten gehabt hat.
Haydn wurde am 31. März 1732 in Rohrau, einem Dorf in Niederösterreich, als zweites von den zwölf Kindern eines Musikliebhabers und Wagenbauers geboren. Im Alter von 6 Jahren verliess er seine Heimat, um sich einer musikalischen Ausbildung zu unterziehen. Zwei Jahre später wurde er in die Chorschule des Stephansdoms in Wien aufgenommen, wo er auch Cembalo und Geige studierte.
1760 heiratete er die Tochter eines Friseurs, mit der er wenig gemeinsam hatte (die Ehe war kinderlos). Später sollte er in anderen Beziehungen Trost finden, etwa in der mit einer viel jüngeren italienischen Sopranistin, die er lange Zeit finanziell unterstützte.
1761 zog er nach Eisenstadt, um den Esterhazys, einer reichen und mächtigen ungarischen Familie, als Kapellmeister des Prinzen Anton - und später des Prinzen Nikolaus, seines Bruders, - zu Diensten zu stehen. Letzterer unterhielt ein prachtvolles Residenzschloss in Esterhaza; 1765 am Neusiedler See von ihm selbst errichtet. Dort, in der ländlichen Abgeschiedenheit, komponierte Haydn geistliche Musik, Opern für das Hoftheater, Symphonien und Werke für Baryton, ein Streichinstrument der Violenfamilie, das Prinz Nikolaus spielte.
Zugleich machte er auch in der Komposition von Streichquartetten und Klaviersonaten grosse Fortschritte. Haydn erinnerte sich: «Ich war von der Welt abgesondert... so musste ich original werden». Viele seiner Werke wurden veröffentlicht. Er wurde mit Aufträgen aus ganz Europa überschüttet und zu einem der berühmtesten Komponisten seiner Zeit.
Nach Nikolaus Esterhazys Tod im Jahre 1790 zog Haydn nach Wien. Er unternahm zwei lange Reisen nach London (Januar 1791 bis Juni 1792, Februar 1794 bis August 1795), auf denen er seine letzten zwölf Symphonien fur die Abonnementskonzerte des Violinisten und Unternehmers Johann Peter Salomon schrieb, die grosse Popularität erlangten. Haydn kehrte nach Wien zurück als ein bekannter Mann und Doktor Honoris Causa von Oxford.
Bis zu seinem 70. Lebensjahr war er weiterhin ausserordentlich schöpferisch. Aus dieser Zeit stammen die monumentalen Oratorien «Die Schöpfung» und «Die Jahreszeiten», sowie wichtige Messen.
Haydn starb am 31. Mai 1809 in Wien. Der dänische Haydn-Experte Jens Peter Larsen schreibt: «In der Zeit seiner Geburt und seiner Kindheit dominierten noch die Barocktraditionen... Gegen Ende seines Lebens wurde die scheinbare Stabilität des reifen Klassizismus, repräsentiert durch die letzten Werke Haydns und Mozarts, herausgefordert, in erster Linie durch Beethoven. Haydn blieb nicht einfach am Rande dieser langen Entwicklung, im Gegenteil: er spielte dabei eine zentrale Rolle.»
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Das Werk: «Die Schöpfung»
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Während seines ersten und ausgedehnten Londoner Besuchs weinte der bewegte Haydn, als er Händels Oratorien hörte. Dass er, als Mensch von tiefer Religiosität, sich davon zu einem ähnlichen Unternehmen anregen liess, ist nicht verwunderlich. Dem Werk «Die Schöpfung» liegt ein Operntext zugrunde, der wahrscheinlich in London in Haydns Hände gelangte und adaptiert sowie ins Deutsche übersetzt wurde.
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Der englische Text, anscheinend ursprünglich für Händel bestimmt, wurde von einem gewissen «Lidley» (möglicherweise Thomas Linley) geschrieben und basierte auf Passagen des Buchs «Genesis» und auf Miltons «Paradise Lost». Dieser Text wurde von dem Baron Gottfried van Swieten zu einem Libretto verarbeitet. Er war ein Amateurkomponist ohne grosses Talent, aber von Bedeutung in der Musikgeschichte: Als Sammler alter Musikhandschriften machte er seine Freunde Haydn, Mozart und Beethoven mit vielen unveröffentlichten Werken Bachs, Händels und anderer grosser Meister vergangener Generationen bekannt. Auf diese Art und Weise nahm van Swieten grossen Einfluss auf die künstlerische Entwicklung der Meister seiner Zeit.
Der Text der «Schöpfung» wurde gegen Ende 1796 fertiggestellt, die Musik 1797 und Anfang 1798 komponiert. Die ersten Aufführungen fanden in Wien im Palais des Prinzen Schwarzenberg am 29. und 30. April 1798 unter der Leitung des 60jährigen Haydn statt. Die Kosten, einschliesslich einer üppigen Gage für den Komponisten, wurden von einer aristokratischen Vereinigung getragen, deren künstlerischer Leiter van Swieten war. Die Uraufführungen fanden vor einer geschlossenenen Gesellschaft statt, doch hatten diese solches Interesse hervorgerufen, dass – wenn wir Pieter Andriessen Glauben schenken wollen – 30 Gendarmen, darunter 18 Berittene, abgeordnet waren, um den Weg zum Schwarzenbergschen Palais freizuhalten. Die Händler des benachbarten Marktes sollen sogar ihre Stände abgebaut haben, wofür jeder von ihnen von Schwarzenberg mit 10 Gulden und 20 Kreuzern entschädigt worden sein soll.
Ein Jahr danach, im März 1799, leitete Haydn die offizielle und öffentliche Uraufführung im Wiener Burgtheater. Der Abend wurde in den Memoiren eines schwedischen Musikers wie folgt beschrieben: «Zwischen den Abschnitten brach jedes Mal stürmischer Applaus aus. Während der Abschnitte herrschte Todesstille. Am Ende der Aufführung riefen einige: 'Wir wollen Papa Haydn!' Schliesslich kam der alte Mann auf die Bühne und wurde laut begrüsst: 'Es lebe Papa Haydn! Es lebe die Musik!' Alle kaiserlichen Majestäten waren anwesend und riefen zusammen mit der Menge: 'Bravo!'»
Nach dieser grossartigen Aufführung feierte das Werk weitere Triumphe in ganz Europa. Haydn zeigte sich zuletzt in der Öffentlichkeit im März 1808, an seinem 76. Geburtstag. Die Gelegenheit war ein Galakonzert seines Oratoriums im grossen Wiener Universitätstheater unter der Leitung von Salieri. Beethoven, Haydns ehemaliger Schüler, befand sich unter den Adligen und begleitete den Geehrten, als dieser zum Klang von Trommeln und Trompeten und unter Hochrufen in den Saal kam.
Während des ganzen 19. Jahrhunderts galt «Die Schöpfung» als Haydns populärstes Werk. Heute, weit über 200 Jahre nach seiner Geburt, zählt sie immer noch zu den beliebtesten Kompositionen der Welt.
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Free Download: «Die Schöpfung» von Joseph Haydn
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ERSTER TEIL 1. Die Vorstellung des Chaos (7.05) haydn01.mp3 [6'649 KB]
2. Rezitativ und Chor: «Im Anfang schuf Gott Himmel und Erde» (2.59) haydn02.mp3 [2'791 KB]
3. 2. Arie und Chor: «Nun schwanden vor dem heiligen Strahle» (4.02) haydn03.mp3 [3'837 KB]
4. 6. Arie: «Rollend in schäumenden Wellen» (4.14) haydn04.mp3 [4'017 KB]
5. 8. Arie: «Nun beut die Flur das frische Grün» (5.37) haydn05.mp3 [5'333 KB]
6. 12. Rezitativ: «Im vollen Glanze steiget jetzt» (2.56) haydn06.mp3 [2'757 KB]
7. 13. Chor und Soli: «Die Himmel erzählen die Ehre Gottes» (4.02) haydn07.mp3 [3'843 KB]
ZWEITER TEIL 8. 18. Terzett: «In holder Anmut stehn» (7.38) haydn08.mp3 [7'206 KB]
9. 21. Rezitativ: «Gleich öffnet sich der Erde Schoss» (3.02) haydn09.mp3 [2'853 KB]
10. 22. Arie: «Nun scheint in vollem Glanz der Himmel» (3.46 haydn10.mp3 [3'578 KB]
11. 24. Arie: «Mit Würd' und Hoheit angetan» (3.58) haydn11.mp3 [3'786 KB]
12. 26. Chor: «Vollendet ist das grosse Werk» • 27. Terzett: «Zu dir, o Herr, blickt alles auf» • 28. Chor: «Vollendet ist das grosse Werk»(9.06) haydn12.mp3 [8'596 KB]
DRITTER TEIL 13. 32. Duett: «Holde Gattin, dir zur Seite» (7.07) haydn13.mp3 [6'739 KB]
14. 34. Chor und Soli: «Singet dem Herren alle Stimmen» (4.02) haydn14.mp3 [3'786 KB]
Gesamte Spielzeit: 70.06 Minuten
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