PETER ILJITSCH TSCHAIKOWSKY: OP. 23 & OP. 35
 

Peter Iljitsch Tschaikowsky Meine Interpretation des Künstlers aus der Serie «Komponisten»

 
 

Peter Iljitsch Tschaikowsky - Der Komponist

In Russland entwickelte sich erst in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts eine eigenständige musikalische Kultur, als mehrere Komponisten Meisterwerke schufen. Aus unserer heutigen Sicht war der bedeutendste von ihnen Peter (Pjotr) Iljitsch Tschaikowsky, der am 7. Mai 1840 als Sohn eines Bergbauingenieurs in der Provinzstadt Wotkinsk (Wjatka-Provinz) geboren wurde.


 
 

Sein musikalisches Talent zeigte sich früh, und er erhielt zunächst in Wotkinsk Klavierunterricht, später in St. Petersburg, wohin die Familie 1848 zog. Nach einer Ausbildung als Beamter entschied er sich, die bürgerliche Kaufbahn aufzugeben und seiner inneren Neigung zur Musik zu folgen.

Am bekanntesten unter den Werken, die er in wenig mehr als einem Vierteljahrhundert komponierte, sind die Ballette «Schwanensee» und «Der Nussknacker», die Oper «Eugen Onegin», die 4., 5. und 6. Symphonie und die beiden Konzerte dieses Free-Downloads.

Tschaikowsky entwickelte einen eigenständigen Stil, der weder essentiell westlich orientiert war, wie seine russischen Kritiker behaupteten, noch völlig russisch-nationalistisch, wie ihm die ausländische Kritik vorwarf.

Der Komponist litt unter dem Doppelleben, das ihm die Vorturteile der damaligen Gesellschaft auf Grund seiner Homosexualität aufzwangen. Eine unkluge Ehe mit einer Frau, die er kaum kannte, endete bald mit Tschaikowskys Nervenzusammenbruch und lebenslanger Trennung. Eine enge Brieffreundschaft verband ihn mit seiner wohlhabenden Gönnerin, Nadesha von Meck.

Trotz seiner depressiven und melancholischen Natur reiste er viel, u.a. nach Amerika, wo er 1891 an der Eröffnung der Carnegie Hall teilnahm.

Sein Tod am 6. November 1893 in St. Petersburg war wahrscheinlich Selbstmord, angeblich auf Grund eines drohenden Skandals wegen eines Verhältnisses mit einem jungen Aristokraten. Beweise für diese Annahme konnten bislang jedoch nicht erbracht werden.

Als Komponist erlebte Tschaikowsky sowohl Ruhm als auch Kritik; die andauernde, weltweite Popularität seiner Werke kam erst nach seinem Tod.


Die Werke (Opus 23 & 35)

Tschaikowsky schrieb das erste (Opus 23) und bei weitem bekannteste seiner drei Klavierkonzerte zwischen November 1874 und Februar 1875. Ein leidenschaftliches und zugleich monumentales Anfangsthema, ein scherzohafter Übergangsabschnitt und ein lyrisches zweites Hauptthema kennezeichnen den ersten Satz. Ein brillantes und äusserst schwieriges Zwischenspiel unterbricht die süsse und zeitweise träumerische Schwermut des zweiten Satzes. Das schwindelerregende Finale ist von pulsierend-explosiver Energie, obwohl es von einem etwas ruhigeren Nebenthema unterbrochen wird.

Der erste Satz des im März und April 1878 komponierten Violinkonzertes (Opus 35) ist, trotz der virzuosen Solopassagen, wesentlich wärmer und lyrischer als der des Klavierkonzertes. Eine tiefe melancholische Lyrik prägt den zweiten Satz, der ohne Übergang zum spielerischen Schlusssatz überleitet. Tschaikowsky bezeichnete das Kompinieren dieses Konzertes als «reines Vergnügen».


Uraufführungen

Wie bei so vielen beliebten Werken, die inzwischen längst zum Standardrepertoire gehören, war die Premiere beider Konzerte kein grosser Erfolg. Das Klavierkonzert ist dem grossen Pianisten und Dirigenten Hans von Bülow gewidmet, der auch Solist bei der Uraufführung in Boston war (25. Oktober 1875). Ein Kritiker sprach von «langen Passagen.. formlos erscheinender Leere, die nur hie und da von Klaviergeklimper und ein paar Takten Obligato in den verschiedenen Streich- und Holzblasinstrumenten unterbrochen werden.» An weiteren kritischen Stimmen fehlte es nicht.

Das Violinkonzert ist Adolf Brodsky gewidmet, der auch bei der Uraufführung am 4. Dezember 1881 in Wien den Solopart übernahm. Der angesehene Musikkritiker Eduard Hanslick schrieb eine insgesamt vernichtende Kritik, obwohl er einige Passagen für gelungen hielt. Er bemängelte die vorherrschende Grobheit und die Sprunghaftigkeit im Aufbau. Am Ende des ersten Satzes spiele die Geige nicht, sondern werde «gezaust, gerissen und gebleut.» Das von ihm als «stinkende Musik» bezeichnete Konzert hat sich dennoch durchgesetzt und gehört inzwischen zu den grossen Violinkonzerten. Gerade der Wechsel von russischer Schwermut und quirligen Volksweisen gilt heute als Reiz dieses Viurtuosenstückes.


20.7.2006




Free Download Opus 23 & Opus 35

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Konzert für Klavier und Orchester Nr. 1 B-Moll Opus 23


1. Allegro non troppo e molto maestoso - Allegro con spirito (21.14)
op23track1.mp3 [19'908 KB]

2. Andantino semplice (7.31)
op23track2.mp3 [7'049 KB]

3. Allegro con fuoco (6.50)
op23track3.mp3 [6'548 KB]




Konzert für Violine und Orchester D-Dur Opus 35


1. Allegro moderato (17.02)
op35track1.mp3 [15'970 KB]

2. Canzonetta. Anadante - attaca (6.15)
op35track2.mp3 [5'856 KB]

3. Finale. Allegro vivacissimo (8.57)
op35track3.mp3 [8'399 KB]







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