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| KOCHLÖFFEL MIT PINSEL GETAUSCHT |
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Kochlöffel mit Pinsel getauscht
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Zwei Seelen hat er in seiner Brust: die des Managers und die der Musen. Noch ist Mark Bleuler Hoteldirektor, dem er sich als «Mableu» malend in eigene Bilderwelten entzieht.
VON CHARLES P. SCHUM
«Einmal wieder im Wald spazieren zu gehen, den Kopf frei machen, die Natur geniessen», gibt Mark Bleuler als seinen derzeit grössten Wunsch an. Ein bescheidener, eigentlich leicht erfüllbarer Wunsch. Sollte man meinen. Aber der von Managerterminen zu Präsentationspflichten durch einen Zehn- bis Zwölfstundentag gehetzte «Flora»-Hoteldirektor hat hierfür schlicht keine Zeit. Noch. «Ab Ende April wird sich einiges ändern», hofft er. In den «Flora»-Betrieben wird eine durch eine markante Hotelierspersönlichkeit geprägte Ära nach vierzehn Jahren zu Ende gehen. Mark Bleuler hat sich entschlossen, sich neuen Herausforderungen zu stellen. |
Eine neue Herausforderung
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Was er danach machen wird, das weiss Mark Bleuler noch nicht. «Das müssige Leben eines Privatiers liegt allerdings nicht drin», lacht der 56-Jährige, «irgendwas im Gastrobereich werde ich schon noch anpacken, aber nicht mehr an der Front. Am liebsten eine auf Events ausgerichtete Herausforderung im Hintergrund.» Das ist es auch, was Mark Bleuler in seinem Beruf mittlerweile am meisten vermisst: «Heute besteht die Aufgabe eines Hoteldirektors zu 99 Prozent darin, die Kosten im Griff zu haben.»
Mit Wehmut erinnert er sich daran, als in seinem Job Kreativität noch mindestens so wie das Rechnen gefordert war. Etwa damals, als Mark Bleuler von 1976 bis 1981 Casino-Direktor war. Weder «Schüür» noch «Boa» noch «Sedel» gab’s in Luzern. Und für Rock/Pop war das Kunsthaus noch geschlossen. Mark Bleuler sprang ein und öffnete das «Chalet» vom Casino für Rock und Pop. Abgesehen davon, dass er damit bei der Jugend Schwellenängste zum Casino radikal abbaute, fanden unvergessliche Konzerte im noblen Haus statt (Chi Coltrane, «Bap», Gianna Nannini, Country Joe McDonald, John Hammond und und und). Auch richtete Mark Bleuler im alten Dancing mit dem «Black Jack» die in der Zentralschweiz erste Disco amerikanischer Prägung ein. Auch der «Jazz Band Ball» gründete auf seiner Mitinitiative. |
«Gütsch» erste Luzerner Station
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Nach Luzern kam der im zürcherischen Birmensdorf aufgewachsene Mark Bleuler vor genau dreissig Jahren. Seine erste Direktionsstation in Luzern war nach einer umfassenden Weiterausbildung in Gastromanagement der «Gütsch». Mit den Kochlöffeln tätig ist Mark Bleuler (mit einer besonderen Vorliebe für währschafte Hausmannskost) längst nur noch im privaten Kreis. In jungen Jahren jedoch war Mark Bleuler ein Koch aus echter Passion. Und die liess sich in einem Streich auch noch mit zwei weiteren Leidenschaften ideal verbinden: mit der (noch heute ungestillten) Reiselust sowie mit seinem künstlerisch-kreativen Talent.
Auf der halben Welt war Mark Bleuler in besten Häusern tätig. Und vor allem bei den Amerikanern, denen es nie pompös genug sein kann, war seine künstlerische Ader gefordert. Aus Schokolade, Eis oder Zucker formte Mark Bleuler gigantische Dessertskulpturen, Kunstwerke für einen Tag.
Mark Bleulers heutige Kunst hält länger, vielleicht eine Ewigkeit. Kunstharz, Acryl und Tusche sind seine Materialien. In die Malerei flüchtet Mark Bleuler seit seiner Kindheit. Übrigens auch in die Musik. Sein Piano zu Hause in Perlen ist keineswegs bloss Dekoration. Auch wenn er es ausser an der alljährigen «Piano Explosion» kaum je öffentlich macht, aber das Klavierspiel ist ihm ein wichtiger Ausgleich. «Leider habe ich zum Üben einfach zu wenig Zeit», bedauert Mark Bleuler, «zumal das Malen meine knapp bemessene Freizeit schon dominant beansprucht.» |
Als Maler ein Autodidakt
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Immer des Nachts, wenn Perlen schläft, brennt im Atelier seines fast herrschaftlichen Anwesens bis in die frühen Morgenstunden das Licht. Dann ist Mark Bleuler, kritisch beobachtet einzig von seinen beiden Kartäuser-Katzen, als Mableu voll im Element. «Das Malen ist für mich eine Therapie», meint er. Selber wäre es ihm nie in den Sinn gekommen, mit seinen Bildern gar Ausstellungen zu gestalten (derzeit und noch bis Ende Februar im «Stadtkeller»). Sein Freund Luciano Castelli war’s, der, von Mableus Bildern begeistert, ihn vor vierzehn Jahren erstmals dazu ermutigte.
Mark Bleuler ist Autodidakt, als solcher ein äusserst experimentierfreudiger, der immer wieder neue Techniken entwickelt. Auch stilistisch sind Mableus meist grossformatige Bilder ständig im Wandel. «Ich habe kein Thema, ich male aus dem Bauch heraus, spontan und direkt», sagt denn auch Mableu.
Seine im «Stadtkeller» ausgestellten rund fünfzig Bilder jüngeren Datums erinnern in den stilisierten Figuren sowie in der satten Farbgebung an spirituell-kultische Inspirationen aus Fernost und Nordafrika. Das sind zufällig Mark Bleulers momentan bevorzugte Destinationen, sofern ihm der Beruf fürs Reisen zwischendurch überhaupt ein paar Tage Zeit lässt.
Charles P. Schum
20.12.1999
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Laudatio von Dr. Guido A. Zäch |
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